Blog

Stand: September 2017

>>Blog

 

>>Reportagen

 

>>Kultiges

 

>>Alberto

 

>>Fotos


Wahlempfehlung
Halbzeit
Dauerplage
Schulz
Gabriel
Obama
Abwasser-Irrwitz
Mückenmangel
Zulieferer
Wehr-Staat
Bausünden
Brexit
Elektroautos
Pauschale
Führungsköpfe
Depperl-Test
Anweisung
Freifunk
IS-Ziele
Rechnung
Profis
Insekten
Kein Gut
Afrika
Probenheim
Grexit
Gelassenheit
Fremdenhasser
Führungszeugnis

Ukraine-Krise
Intellekt-Gleichheit
Naher Osten
Klimawandel

Wahlbeteiligung
Bessere Welt
Entschuldigung
Bewahrt
Zweiter Blick
Rasterblick
Überlegenheit

 

Wahlempfehlung

 

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Mal. Es war die Bundestagswahl 1980. Als Kanzlerkandidaten standen sich Franz-Josef Strauß und Helmut Schmidt gegenüber. Das Parteienspektrum war relativ übersichtlich. Rechtes Lager, linkes Lager. Die einen waren Arbeitgeber-Partei, die anderen Arbeiter-Partei. Zünglein an der Waage war die FDP. Kurz darauf kamen die GRÜNEN als ernstzunehmende Partei hinzu und nach der Wiedervereinigung die LINKEN aus dem Osten, die sich später mit denen aus dem Westen zusammentaten. Nach langer Durststrecke errang Ende der 90er die SPD in Koalition mit den GRÜNEN wieder die Macht. Mit Kanzler Schröder tat man etwas „Ungeheuerliches“, was die Partei fast zerriss und ihr bis heute nachgetragen wird. Man führte richtungsweisende Reformen durch. Das letzte Mal in der deutschen Geschichte, denn mit Kanzlerin Merkel wartet man vergeblich auf Ähnliches. Allen ist heute klar, dass die Hartz-Gesetze damals notwendig waren und jetzt neu justiert werden müssen. Doch mittlerweile geht es längst nicht mehr um solch „langweilige“ Themen. Heute sehen viele Wähler Deutschland und Europa angesichts Islamisten-Terror und Flüchtlingsstrom förmlich am Abgrund. Rechtspopulisten ziehen immer mehr Protestwähler an und wollen die Etablierten schwächen. Andererseits greift ein Neoliberalismus um sich, der vor allem Investoren und Aktionäre bedient. Man kann nicht voraussagen, wie es weitergeht. Doch eines muss allen klar sein. In solch stürmischen Zeiten kommt keiner an der SPD vorbei.

 

(Albert Zimmerer, 2017)

 

Halbzeit

 

Die Halbzeit-Bilanz zum Marktgemeinderat hätte durchaus positiv ausfallen können. Aber die aktuelle Kostenexplosion der Schulhaussanierung von 6 auf 17 Millionen Euro nimmt Isen förmlich den Atem. Auf Jahre hinaus wird man an einem strengen Sparkurs nicht vorbeikommen. Wir werden uns an eine Politik der kleinen Schritte gewöhnen müssen. Das Verhältnis Gemeinderat und Bürgermeister würde ich dagegen als sehr gut bezeichnen. Man sagt sich ehrlich die Meinung, auch erfreulicherweise aus den Reihen der Freien Wähler. Verbesserungspotenzial gibt es vor allem in der Informationspolitik.

Einen Konfrontationskurs fährt keiner, nur in der Sache gibt es zuweilen unterschiedliche Ansichten. Die Erhöhung der Abwassergebühren um 200 Prozent war mir zu hoch. Ich würde hier gerne eine Deckelung sehen. Der Bürgermeister wollte jedoch keine „politischen Gebühren“, sondern die von der Verwaltung empfohlenen. Beim Thema Straßenausbaugebührensatzung komme ich immer mehr zur Überzeugung, dass diese in der jetzigen Form falsch ist. Mit einem Bürgerentscheid könnte man das leidige Problem lösen. Ein solcher wird allerdings erst mit einem neuen Bürgermeister möglich sein.

 

(Albert Zimmerer, 2017)

 

Es wird sie immer geben

 

Die Bienen müssen lernen,

mit Varroa-Milben zu leben.

Man kann sie nicht entfernen,

es wird sie immer geben.

 

Die Menschheit muss täglich lernen,

mit Hunger und Krieg zu leben.

Ein Ende steht in den Sternen,

es wird sie immer geben.

 

Auch ich muss endlich lernen,

mit Psychopathen zu leben.

Man kann sie nicht belehren,

es wird sie immer geben.

 

(Albert Zimmerer, 2017)

 

Schulz-Effekt

 

Mit Martin Schulz kommt neuer Schwung in die SPD, vor allem, weil er wichtige Themen anspricht. Wenn Schulz in Bezug auf Schröders Agenda 2010 von Fehlern spricht, heißt das allerdings nicht, dass er die Agenda komplett in Frage stellt. Viele haben schon vergessen, dass Deutschland vor 15 Jahren als „kranker Mann“ Europas galt. Die Wirtschaft war am Boden, die Arbeitslosenzahl lag 2005 noch bei knapp 5 Millionen. Es mussten einige Stellschrauben am Arbeitsmarkt und in der Sozialversicherung neu justiert werden. Der Fehler war, dass diese Stellschrauben, als es uns wieder besser ging, nicht mehr nachjustiert wurden. Auswirkungen waren z.B. eine negative Lohnentwicklung und eine Ausdehnung des Niedriglohnsektors. Wenn Kanzlerin Merkel von einer unglaublichen Erfolgsgeschichte Deutschlands spricht, mag das stimmen, aber profitiert haben nur ganz wenige davon. Das muss sich ändern. Gerechtere Löhne, weniger befristete Arbeitsverträge und eine Tarifbindung für alle Unternehmen sind Themen, die nicht nur der SPD am Herzen liegen sollten. 

 

(Albert Zimmerer, 2017)

 

Personalie Gabriel

 

Christian Ude hielt beim Neujahrsempfang in Erding der Partei mit einer rhetorisch und inhaltlich beeindruckenden Rede einen Spiegel vor. Dabei warnte er, dass eine Flucht in die Moral („wir sind die Guten“) und in die Personalie („der Dicke muss weg“) die eigentliche Ursache für den Absturz der SPD verdecken („es fehlen die großen Themen“). Die Sache mit der Personalie stimmt zwar einerseits, wenn ich sehe, wie sogar hier im Landkreis zu viel Wert auf Posten gelegt wird, andererseits kann man aber nicht leugnen, dass der Fisch vom Kopf her stinkt. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Parteimitglieder verprellt und kaum jemand konnte sich mit Sigmar Gabriel noch identifizieren. Deshalb wird mit Martin Schulz ein Ruck durch die SPD gehen und der Wechsel an der Parteispitze wird für eine Aufbruchsstimmung sorgen. Ob am Ende zählbarer Erfolg rauskommt, wird man in 9 Monaten bei der Bundestagswahl sehen.

 

(Albert Zimmerer, 2017)

 

Obamas Abschied

 

Acht Jahre war Amerikas Präsident Barack Obama im Amt. Jetzt macht er Platz für Donald Trump. Zeit für eine Bilanz seiner Außenpolitik. Die Vorschusslorbeeren mit dem Friedensnobelpreis und die damit verbundenen Hoffnungen auf mehr Frieden in der Welt erfüllten sich leider nicht. Im Gegenteil. Durch den zu frühen Abzug seiner Armee aus dem Irak und sein Zaudern im Syrien-Krieg wurde der IS erst groß. Außerdem zeigte sich, dass egal wer in Amerika Präsident ist, die Regel gilt: America first! Die USA waren auch unter Obama der größte Ausbeuter auf dem Planeten und mitverantwortlich für Millionen von Flüchtlingen weltweit. Und jetzt am Ende seiner Amtszeit präsentiert sich Obama auch noch als schlechter Verlierer. Er gibt Putin die Schuld an dem Hackerangriff während des Wahlkampfs, wodurch Hillary Clintons Machenschaften aufgedeckt wurden. Als Vergeltungsmaßnahme ließ Obama 35 russische Diplomaten ausweisen. Vermutlich stinkt es den Amis bloß, dass Rußland auf einer ureigenen amerikanischen Bastion, der IT-Technik, mittlerweile aufgeholt hat. Vom neuen Präsidenten Trump hingegen erwartet man nur Schlechtes, vielleicht belehrt er uns eines Besseren.

 

(Albert Zimmerer, 2017)

 

Irrwitz und Pseudo

 

Wie ein schlechter Witz mutet es an, was uns Gemeinderäten zum Beschluss vorgelegt wurde. Die Marktgemeinde soll ab 2019 beim Abwasser separat abrechnen, was jeder einzelne Haushalt an Schmutzwasser und an Regenwasser einleitet. Was sich zunächst trivial anhört, bringt jedoch einen irrwitzigen Verwaltungsaufwand mit sich, vermutlich eine neue Planstelle. So muss für jedes an den Kanal angeschlossene Grundstück ermittelt werden, wie groß die Dachflächen sind, versiegelte, halbversiegelte und offene Flächen müssen vermessen werden, es ist festzustellen, ob die Terrasse größer ist als der Dachüberstand, ob Regenwasser evtl. in einen Graben geleitet wird, ob Regenwasser für den Haushalt genutzt wird etc. Selbstverständlich muss auch jede diesbezügliche Veränderung berücksichtigt und laufend dokumentiert werden. Diese Splittung habe irgendjemand irgendwann vor dem Bundesverwaltungsgericht erstritten, hieß es und sei jetzt in allen Kommunen umzusetzen. Punkt Basta.

Es ist nicht das erste Mal, dass man uns Räten die Pistole auf die Brust setzt. Das letzte Mal war es bei der leidigen Straßenausbausatzung, wo gedroht wurde, jeder einzelne Gemeinderat könne bei Ablehnung belangt werden - wegen Veruntreuung von Gemeindegeldern. Wenn es keine Wahl gibt, wieso dann Abstimmen? Dann ehrlicherweise ein In-Kenntnis-Setzen. Die Pseudo-Demokratie lebe hoch!

 

(Albert Zimmerer, 2016)

 

Phänomen Mückenmangel

 

Die Motorradfahrer waren die Ersten, denen es auffiel. Und ein Blick auf die Windschutzscheiben unserer Autos bestätigt ein neues Phänomen, das zumindest hier im Landkreis auftritt. An den Helm-Visieren und Front-Scheiben kleben kaum mehr Insekten fest, nicht einmal im Hochsommer bei einer Fahrt durch Wiesen und Wald. Noch vor einigen Jahren musste nach jedem Ausflug kräftig gerubbelt werden, weil nicht einmal eine Waschanlage den eingetrockneten Insektenresten Herr wurde. Meinem Sohn, der seit 3 Jahren seinen Führerschein hat, sind Insekten an der Frontscheibe völlig fremd. Mückenmangel statt Mückenplage also? Und wo ist das Problem, mag sich so mancher denken. Auf das nervige Gesurre im Schlafzimmer und die juckenden Folgen kann man gern verzichten. Doch die Bedeutung ist nicht zu unterschätzen, die Fliegen, Mücken und Schwärmer in der Nahrungskette und beim Blüten-Bestäuben haben. Eine Abnahme der Insektenmenge wirkt sich direkt auf die Artenvielfalt und langfristig auf unsere Lebensqualität aus. Man kann bloß hoffen, dass dieses Phänomen nur temporär und in einzelnen Regionen auftritt. Über die Ursachen kann man freilich nur spekulieren, aber dass es unseren Landkreis trifft, eine Boom-Region mit extremer Flächen-Versiegelung und intensiver konventioneller Landwirtschaft, ist eher kein Zufall.

Aus dem Dorfener Anzeiger vom 24./25. September 2016

 

(Albert Zimmerer, 2016)

 

Zulieferer gegen Großkonzern

 

Wer genau hinschaut, dem gewährt der Streit zwischen VW und einem seiner Hauptzulieferer interessante Einblicke in das Geschäftsgebaren von Großkonzernen. Es ist keineswegs so, dass hier der Zulieferer der Böse ist, der mit einem Lieferstopp VW und der Volkswirtschaft Schaden zufügen will. Vielmehr hat sich zum ersten Mal ein Zulieferer getraut, sich nicht mehr von seinem Kunden erpressen zu lassen. Großkonzerne nutzen bisweilen in sittenwidriger Manier den Konkurrenzkampf zwischen den zahlreichen Zulieferern aus. Sie zwingen Verträge auf, die kaum Luft zum Atmen lassen, oder kündigen Verträge einseitig während der Laufzeit. Wenn ein Zulieferer meckert, wird er aus der Liste der „prefered supplier“ gestrichen und es darf der nächste ran. Sollte einer der geschassten Zulieferer schließlich verrecken – auch egal. Marktbereinigung nennt man das. Auf der Strecke bleiben die vielen Arbeitnehmer, die vom nächsten Zulieferer zwar gerne übernommen werden, aber nur mit weniger Gehalt und schlechterem Arbeitsvertrag.

 

(Albert Zimmerer, 2016)

 

Wenn ein Staat sich wehrt

 

In der Türkei geschehen Tag für Tag massive Menschenrechtsverletzungen. Mit einer „Säuberungsaktion“ sollen Gegner von Präsident Erdogan eingeschüchtert und Andersdenkende mundtot gemacht werden. Erdogan rechtfertigt die Aktion damit, dass sich der Staat in Anbetracht von Terror und Putschversuch wehren muss.
Auch wir Deutsche, die mit Kritik an Erdogan nicht sparen, haben eine ähnliche Situation schon mitgemacht. Es war im sogenannten „Deutschen Herbst“ 1977, als der deutsche Staat in Anbetracht vieler RAF-Anschläge überreagierte und ebenfalls Menschen- und Persönlichkeitsrechte massiv verletzte. Es gab Abhör- und Durchsuchungsaktionen ohne rechtliche Grundlage und auf mögliche Sympathisanten wurde regelrecht eine Hetzjagd veranstaltet. So warf man Schriftstellern eine „geistige Mittäterschaft“ vor, weil sie einen menschlichen Umgang mit den festgenommenen Terroristen forderten. Wir Deutsche haben hoffentlich daraus gelernt. Aber dürfen wir uns deswegen erlauben, die Türkei zu kritisieren? Ich meine ja. Es ist unsere Pflicht.

 

(Albert Zimmerer, 2016)

Bausünden mit Ansage

 

Wenn meine Parteikollegen in München fordern, beim Wohnungsbau mehr Gas zu geben und höhere Mehrgeschoss-Häuser hinzuknallen, kann man das irgendwie nachvollziehen und bloß hoffen, dass keine neuen Stadtteile a la Neuperlach entstehen. Wenn aber bei uns im Landkreis die SPD fordert, auch in den Dörfern mehr Wohnblöcke zu bauen, kann ich mich nur wundern. In meinen Augen sind das Bausünden mit Ansage. Einen solchen Schandfleck dürfen wir in Isen jeden Tag bewundern, seit in den 70er Jahren das unsägliche Hochhaus gebaut wurde. Hinzu kommt, dass es mit dem Wohnungsbau allein nicht getan ist. Mehr Einwohner bringen erhöhte Anforderungen an öffentliche Einrichtungen und Infrastruktur mit sich, was ja auch logisch ist, aber oftmals überproportionale Mehrkosten verursacht. Außerdem ist mehr Verkehr bei unseren Straßen kaum vorstellbar. Mehr Arbeitsplätze vor Ort wird es hingegen nicht geben, so dass die Dörfer immer mehr zu Schlaforten verkommen. „Organisches Wachstum“ ist offensichtlich nicht mehr gewollt. Schade.

 

(Albert Zimmerer, 2016)
 

Brexit

 

Das Leben schreibt die besten Geschichten und Realsatire übertrifft jede Comedy. Diese Floskeln wurden einmal mehr beim Fußballspiel England gegen Island bestätigt. Es war nicht nur der sensationelle Sieg des Fußballzwergs gegen das Mutterland des Fußballs, auch nicht dass der Siegtorschütze „Sigthorrson“ hieß, dem man ob seines Namens schon im Vorfeld Heldenhaftes voraussagte. Nein, es war das Ausscheiden aus der EM, der Exit vier Tage nach dem Brexit. Spott und Hohn für die Engländer herrschen nun allerorten und viele zeigen offen Freude, dass wir diese arroganten Engländer endlich loshaben, in der EM wie in der EU. Doch zu früh lachen sollten wir nicht. Auch bei der Pleite der Lehman-Brothers 2008 überwog zunächst die Schadenfreude, bis die Finanzkrise ganz schnell von Amerika nach Europa überschwappte und uns das Lachen im Hals erstickte.

 

(Albert Zimmerer, 2016)

 

Elektroautos und Ausbeutung

 

Immer wieder geloben sie Besserung, die Mächtigen der westlichen Welt. Kolonialisierung und Ausbeutung der 3. Welt habe man überwunden oder arbeite zumindest daran, heißt es dazu in den üblichen Sonntagsreden. Hier unterscheiden sich die etablierten Parteien kaum voneinander. Doch geändert hat sich im Grunde nichts. Jetzt ist es der Deckmantel Klimaschutz, der uns Elektrofahrzeuge als Heilsbringer bejubeln lässt und guten Gewissens erneut zu Ausbeutern macht. Auch die Grünen, die sonst so kritisch auf den ökologischen Fußabdruck verweisen, der ungleich verteilt sei, tappen in die Falle.

Denn eine Hochvoltbatterie hat eine verheerende Ökobilanz, vor allem was Herstellung und Entsorgung anbelangt. Für die Rohstoffe Kupfer und Aluminium muss sehr viel unberührte Natur umgegraben werden und als Produktionsabfall bei Aluminium bleibt stark umweltbelastender Rotschlamm zurück. Dies geschieht allerdings nicht bei uns vor der Haustüre, sondern in der 3. Welt. Nein, Ausbeutung sei das nicht, man habe ja nur Gutes im Sinn und die Rohstoffe gäbe es halt hauptsächlich dort. Und für die Entsorgung, die immer noch nicht geklärt ist, werde sich schon etwas finden. Vielleicht ausgebeutete Kupferminen? Bisher werden solche Akkus übrigens einfach verbrannt. Außerdem, heißt es, bessere sich die Ökobilanz im Laufe der Jahre. Na, da bin ich aber froh!

 

(Albert Zimmerer, 2016)

 

Pauschale statt Prozente

 

Leserbrief zum Merkur-Titel "Rente steigt um 4,25 Prozent": 

Auch bei den Renten geht die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander, und das systematisch. Während der arme Rentner mit seinen 600 Euro durch die geplante Erhöhung um 4,25 Prozent mickrige 25 Euro mehr bekommt, macht das bei einer eh schon üppigen Rente von 2400 Euro gleich 100 Euro aus. Wie wäre es, wenn alle Renten pauschal um 60 Euro erhöht würden? Das Motto für eine gerechte Rentenerhöhung kann deshalb nur lauten: Pauschale statt Prozente!

 

(Albert Zimmerer, 2016)

 

Führungsköpfe kommen und gehen

 

Angela Merkel sei bei SPD-Wählern beliebter als Sigmar Gabriel, hieß neulich eine Meldung. Wen wunderts? Auch die Mehrheit der SPD-Mitglieder kann mit Gabriel wenig anfangen. Wegen seiner populistischen Wendemanöver wird es intern bereits als Seehofer der SPD bezeichnet und sein Festhalten am umstrittenen TTIP wird stark kritisiert. Das geplante Handelsabkommen mit den USA sieht man als äußerst unsozial (amerikanische Standards) und undemokratisch (geheime Schiedsgerichte). Schlimm ist das Verhalten Gabriels deshalb, weil es Image-prägend für die gesamte SPD ist. Und die Leute an der Basis müssen es wieder einmal ausbaden. Ich plädiere für Gelassenheit und Geduld: „SPD-Führungsköpfe kommen und gehen, doch SPD-Ortsvereine bleiben bestehen!“

 

(Albert Zimmerer, 2016)

 

Depperl-Test für alle

 

Man fühlt sich schon fast schuldig, wenn einem Zweifel kommen bei diesen neuen Gesetzen und Verordnungen, die scheinbar nur Gutes für das Volk beinhalten. Beispielsweise die Vorratsspeicherung von Telefondaten, die für die Verbrechensbekämpfung zweifellos von Vorteil ist. Nur wer etwas zu verbergen hat, könne dagegen sein, wird dem Bürger suggeriert. Ähnlich verhält es sich mit der Verschärfung der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), besser als Depperl-Test bekannt. Jetzt sollen plötzlich alle, denen der Führerschein wegen Alkohol genommen wird, dazu verdonnert werden, also bereits ab 0,5 Promille bzw. 0,3 Promille bei Unfall. Bisher lag die Grenze bei 1,6 Promille. Kann man als braver Bürger etwas dagegen haben? Schleichend wird von staatlicher Stelle an den Persönlichkeitsrechten genagt, in der Annahme, dass wir Deppen es schon nicht merken. Es gibt keine Verkehrs-Statistik, die eine solche Verschärfung rechtfertigt. Auch damals 1990, als nach der Wiedervereinigung der DDR-Standard von 0,5 Promille dem BRD-Standard von 0,8 Promille vorgezogen wurde, war statistisch keine Verbesserung zu erkennen. Es starben im Straßenverkehr wegen Alkoholmissbrauch nicht weniger Menschen als vorher. Was ist es also dann, was unsere Gesetzgeber umtreibt? Willkür? Oder macht hier eine bestimmte Lobby einen guten Job? Eine Lobby, die wie immer nur unser bestes im Sinn hat, nämlich unser Geld. Wie wäre es mit einem Depperl-Test für unsere Gesetzgeber?

 

(Albert Zimmerer, 2016)

 

Keine Anweisung von oben

 

Nicht nur in Köln wurden der Öffentlichkeit Informationen vorenthalten.

Immer wieder erfährt man von Mitarbeitern in Landratsämtern oder von Polizeidienststellen, dass nicht alle Straftaten von Flüchtlingen an die Presse weitergereicht werden. Haben sie also doch Recht, die Gegner der aktuellen Asylpolitik? Ist es also nicht nur eine der vielen Legenden, die sich um die Flüchtlingskrise ranken?

Nicht ganz. Denn entscheidend ist, ob Informationen auf Anweisung von ganz oben zurückgehalten wurden. Dies ist nicht der Fall. Wenn ein Landrat oder Dienstleiter aus eigenem Ermessen etwas zurückhält, mit der einfältigen Überzeugung, die Bevölkerung dürfe nicht verunsichert werden, dann ist das sein persönliches Versagen, für das er auch belangt werden sollte. Der Polizeipräsident von Köln musste unter anderem auch deshalb seinen Hut nehmen. Eine Verschwörung der großen Politik mit den Massenmedien ist das noch lange nicht. Dies wäre auch nicht so einfach, da eine Zeitung wie die BILD auf einen Skandal wie diesen nur wartet.

 

(Albert Zimmerer, 2016)

 

Freifunk und die Moral

 

Freifunk ist eine gute Sache. Er ermöglicht auch Flüchtlingen freien Zugang zum Internet, frei von Gebühren, schnell und unbürokratisch. Schade, dass Bürgermeister Siegfried Fischer und der Mehrheit des Marktgemeinderats dies offensichtlich zu frei ist. Am Argument Jugendschutz bissen sich die Räte fest und lehnten Freifunk in gemeindlichen Gebäuden ab, mit drei Gegenstimmen. Glaubt man ernsthaft, dass sich ein Jugendlicher gezielt am Freizeitheim verbotene Seiten reinzieht, die er sowieso über sein eigenes Netz erreichen kann? Und wenn er freies WLAN nutzen möchte, geht er halt 100 Meter weiter zur Pfarrbücherei, wo Pfarrer Josef Kriechbaumer einen Freifunk-Router aufgestellt hat. Ist in Isen mittlerweile der Bürgermeister moralischer als der Pfarrer? Oder weiß der Pfarrer halt, dass er bei Missbrauch bloß den Stecker ziehen muss.

 

(Albert Zimmerer, 2015)

 

IS erreicht seine Ziele

 

Wieder einmal hat der IS seine Ziele erreicht. Als am Tag nach den Anschlägen von Paris die Französische Luftwaffe die IS-Gebiete in Syrien bombardierte, haben sich die IS-Anführer die Hände gerieben. Mit jeder Bombe gewinnt der IS 1000 neue Unterstützer und Sympathisanten. Mittlerweile dürfte auch dem letzten Militaristen bekannt sein, dass der IS nicht mit Bomben zu besiegen ist. Auch Bodentruppen würden gegen die zum Äußersten entschlossenen IS-Kämpfern nur kurzfristige Erfolge erzielen, auf längere Sicht aber vergleichbar mit Afghanistan den Krieg nicht gewinnen können.

Ein weiteres Ziel des IS, die Leute einzuschüchtern, wurde in Deutschland dank unserer Bundesregierung erreicht. Das Signal gegen den Terror, das mit dem Fußballländerspiel gegen Holland gesetzt werden sollte, ist mit der Absage gründlich in die Hose gegangen. Statt dem Terror symbolträchtig die Stirn zu bieten, wie England dies mit der Nichtabsage des Spiels gegen Frankreich vormachte, hat unser Innenminister lieber den Schwanz eingezogen. Das ist nicht nur persönliche Feigheit, sondern eine unverantwortliche Verunsicherung der Bevölkerung.

 

(Albert Zimmerer, 2015)

 

Jeder muss zahlen

 

Bei einem Gespräch über das aktuelle Flüchtlingsdrama wurde ich neulich von meinem Gegenüber auf den philosophischen Aspekt hingewiesen. Sein Fazit lautete: „Jedem wird irgendwann seine Rechnung präsentiert, jeder muss einmal zahlen!“
Europa gehört zu den größten Waffenexporteuren, allen voran Deutschland, das weltweit die dritte Position einnimmt. Dass diese Waffen nicht nur zur Friedenssicherung dienen, sondern in Syrien und im Irak von allen beteiligten Bürgerkriegsparteien eingesetzt werden, dürfte jedem klar sein. Das Ergebnis sind Millionen Flüchtlinge, Unschuldige die keine Zukunft mehr im eigenen Land sehen.
Europa gehört zu den größten Lebensmittelexporteuren nach Afrika und subventioniert dabei Industrie und Landwirtschaft. Folge ist, dass Afrikas Bauern mit ihren Produkten auf dem freien Markt nicht mithalten können und verarmen. Daraus resultieren die sogenannten „Armutsflüchtlinge“. Schade ist, dass eine solche Praxis von den meisten Menschen hier gut geheißen wird, nach dem Motto: „Bevor andere uns ausbeuten, beuten wir sie aus.“
Jetzt bekommen wir die Rechnung präsentiert.

(Karikatur aus dem Münchner Merkur, Oktober 2015)

 

(Albert Zimmerer, 2015)

 

Profi-Musiker und Profi-Politiker

 

Als ich mit den Pinklers noch Musik machte, wollte ich auf keinen Fall als „Musiker“ bezeichnet werden. Es wäre eher eine Beledigung gewesen. Warum? Musiker waren für mich die Profis, die zwar technisch perfekt jeden aktuellen Hit nachspielen konnten, aber gefangen waren in selbst verordneten Regeln und Konventionen. Mir war klar: Eine Neuinterpretation von Musik wäre mit diesen nicht möglich.

Als Kommunalpolitiker sehe ich das ähnlich. Für mich wäre die Anrede „Politiker“ ebenso beleidigend. Profi-Politiker sind reine Machtmenschen, die es in erster Linie auf Posten abgesehen haben. Sie verstehen es, sich in der Parteihierachie hochzuschleimen und für höhere Aufgaben zu positionieren. Sie sind gut im Reden, aber schwach bei konkretem Handlungsbedarf. Den Kontakt zur Basis pflegen sie nur im Wahlkampf. Mir ist klar: Eine Erneuerung des Politik-Verständnisses wird es mit Profi-Politikern nicht geben.

 

(Albert Zimmerer, 2015)

 

Menschliche Insekten

 

Es ist schon witzig, was Forscher wieder herausgefunden haben, es regt aber auch zum Nachdenken an. Ausgerechnet unter den emsigen Ameisen und fleißigen Bienen soll es Faulenzer geben? Also eine gewisse Anzahl von Exemplaren, die einfach im Nichtstun verharren. Nun sucht man eine Erklärung dafür. Die Vermutung, es handle sich um eine stille Reserve, falls plötzlich viel Arbeit anfällt, wird von den bisherigen Forschungsergebnissen nicht bestätigt. Man hatte nämlich festgestellt, und jetzt kommt‘s, dass im Falle von viel Arbeit die Aktiven noch aktiver werden, während die stille Reserve nicht eingreift. Ein ähnliches Phänomen ist eindeutig bei uns Menschen zu erkennen, wobei ich Arbeitslose nicht unbedingt mit Faulenzern gleichsetzen möchte. Jedenfalls gehören beide zu den Nicht-Produktiven, wirtschaftlich betrachtet. Wenn also in einem Unternehmen plötzlich mehr Arbeit anfällt, werden zunächst einmal Überstunden verordnet. Erst wenn diese auch nicht mehr reichen, um der Mehrarbeit Herr zu werden, bedient man sich am Arbeitsmarkt. Vermutlich werden die Forscher dieses Verhalten sehr bald auch bei den genannten Insekten feststellen. Mein Fazit: Menschen und Insekten sind sich ähnlicher als man denkt.

 

(Albert Zimmerer, 2015)

 

Es gibt kein Gut

 

Mein ehemaliger Arbeitskollege hieß Oskar. Er wurde in Kasachstan an der Grenze zur Mongolei geboren. Seine deutschstämmigen Eltern kehrten mit ihm schließlich nach Deutschland zurück. Oskar war ein ruhiger und gescheiter Bursche, ziemlich introvertiert. Im Winter frierte er meist auch im Büro und klammerte sich schon mal am Heizkörper fest. Legendär ist seine Antwort auf die Frage der Kollegen, wie er denn die kalten kasachischen Winter überlebt habe. Sie lautete kurz und lapidar: „Wir hatten warme Kleidung.“ An den politischen Diskussionen im Büro beteiligte er sich kaum, aber einmal erwiderte er meine Aussage, in der Weltpolitik gäbe es kein Gut oder Böse, vielsagend mit den Worten: „Es gibt kein Gut!“

 

(Albert Zimmerer, 2015)

 

Gebt Afrika eine Chance

 

Soll Armut als Asylgrund anerkannt werden? Wer ist überhaupt Schuld an der Verarmung Afrikas? Solche Fragen stellte Referent Uche Akpulu bei der Veranstaltung der Flüchtlingshilfe Isen im Rathaussaal und lieferte die Antworten gleich dazu. Akpulu ist gebürtiger Nigerianer und ist vor mehr als 10 Jahren nach Deutschland geflüchtet. Ihn ärgert allein schon der Begriff Armutsflüchtling, der von Politikern gerne benutzt werde, um zu kriminalisieren. Menschen, die nichts anders im Sinn haben, als ihre nackte Existenz zu retten. Die Festung Europa müsse in deren Augen unbedingt verteidigt werden. Dabei sei es Europa, das unaufhörlich Afrika ausbeutet, angefangen von der Kolonialisierung bis zur heutigen Subventionierung landwirtschaftlicher Exporte in den schwarzen Kontinent. So lasse man die afrikanischen Landwirte systematisch verarmen. Akpulu hat klare Vorstellungen zur Ursachenbekämpfung. Europa solle „von Afrika loslassen“. Gemeint seien auch Entwicklungshilfen, die sowieso nur Regime und Waffenkäufe unterstützten.

Afrika soll selber über Afrika entscheiden dürfen. „Wo sind die Afrikaner bei den Gipfeltreffen der Mächtigen?“, fragt der Referent und erntet Zustimmung. Auch bei den aktuellen TTIP-Verhandlungen werde Afrika ausgeblendet. Obwohl seine Argumente plausibel klingen, sehe ich skeptische Gesichter. Afrika könne sich nie und nimmer selbst retten, heißt es anschließend im vertraulichen Gespräch und die Schuld werde halt immer bei den anderen gesucht. Schade denke ich mir. Afrika hätte doch eine Chance verdient.

 

(Albert Zimmerer, 2015)

Probenheim im Meindlpark

Die Isener Blaskapelle ist ein großer und großartiger Verein. Er ist ein Aushängeschild der Marktgemeinde und hat sich große Verdienste um die Jugendförderung erworben. Es gibt niemanden im Gemeinderat und kaum jemanden in der Bevölkerung der dem Verein ein eigenes Probenheim nicht gönnen würde. Leider hat man sich einen Standort ausgesucht, nämlich zwischen Freizeitheim und Meindl-Villa, der als sehr kritisch anzusehen ist. Der einmalige Charakter des Areals ist unbedingt erhaltenswert. Ein zusätzliches Gebäude würde hier bleibenden Schaden anrichten und Unfrieden stiften. Die Mehrheit der Isener Bürgerinnen und Bürger sieht das genauso. Das Argument, dass „momentan kein besserer Standort“ zur Verfügung stehe, ist ungenügend. Sicher, die Blaskapelle sucht schon einige Zeit, aber warum eine überstürzte Entscheidung treffen. Es besteht keine Not. Die Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass sich immer wieder neue Möglichkeiten auftun, wo ein Probenheim gebaut werden könnte. Sei es, dass ein altes Wirtshaus mit großem Saal zur Verfügung steht, ein neues Gewerbeareal ausgewiesen wird oder die Sanierung eines öffentlichen Gebäudes ansteht. Deshalb mein Appell an die Verantwortlichen der Blaskapelle, den Standort Meindlpark ad acta zu legen und nochmal andere Möglichkeiten auszuloten.

(Albert Zimmerer, 2015)

Grexit - anders betrachtet

Viele machen es sich beim Thema Griechenland zu leicht und fordern den „Grexit“. Die CSU bemüht hier plakativ das Bild vom maroden Haus, das jemand erwirbt, in das aber die Nachbarn viel Geld investieren, damit dieser jemand darin wohnen kann. Die Nachbarn nehmen, hilfsbereit wie sie sind, sogar Kredite dafür auf, heißt es, und fordern logischerweise die Zurückzahlung. Das schafft der Hausherr aber nicht und verlangt im Gegenteil, die Nachbarn sollten noch mehr Geld investieren, damit er in Saus und Braus leben kann. 
Dieses Bild mag auf den ersten Blick zutreffen, aber man könnte die Sache auch anders sehen: Dieser jemand hat das marode Haus von den Eltern geerbt und muss mit seiner Familie darin leben. Er verdient nicht so viel, dass er imstande ist, es mit eigenen Mitteln herzurichten. Die Bank bietet ihm Geld nur mit hohen Zinsen, die er nie zurückzahlen könnte. Die Nachbarn hingegen bekommen das Geld von der Bank mit Null Zinsen. Sie investieren es in das marode Haus und fordern nun ihrerseits die hohen Zinsen. Da diese das Gehalt des Hausherrn weit übersteigen, fordern die Nachbarn, seine Familie möge doch dazuverdienen. Einige Familienmitglieder würden gerne, finden jedoch keine Arbeit. Die anderen, die Arbeit finden, machen sich aus dem Staub. 
Wer ist Täter? Wer ist Opfer? Soll man das Haus abreißen, obwohl schon viel investiert wurde? Oder soll man doch lieber die Zinsen erlassen? Es ist nicht so leicht, wie es scheint.

(Albert Zimmerer, 2015)

Mehr Gelassenheit

Nach dem Attentat auf die Redaktion des Pariser Satiremagazins müssen sich die islamistischen Extremisten wieder einmal als Sieger vorkommen. Wenn schon drei ihrer Leute genügen, um ganz Europa in Aufruhr zu versetzen und ranghohe Politiker zu purem Aktionismus zu nötigen, was passiert dann erst bei 30 oder 300 zu allem entschlossenen Attentätern?
Mehr Gelassenheit würde unserer Demokratie sicher gut tun.

(Albert Zimmerer, 2015)

Erfolgreiche Fremdenhasser

Auf die Frage, warum die Fremdenhasser von PEGIDA momentan so erfolgreich sind, gibt es sicher viele Antworten. Einen nicht unwichtigen Aspekt möchte ich hier betrachten. Erst vor kurzem gab es aus Berlin den Vorschlag, den Begriff „Weihnachtsfeier“ mit „Lichterfest“ oder Ähnlichem zu ersetzen, damit auch nichtchristliche Mitarbeiter bzw. Mitbürger daran teilnehmen könnten, ohne sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt zu sehen. Ähnlich war es mit dem Begriff „Martinsumzug“, den die Kindergärten ändern sollten. Außerdem streitet man seit Jahren schon über Kreuze in öffentlichen Räumen oder das regelmäßige Läuten von Kirchglocken. Doch diese Klagen und Vorschläge kommen keinesfalls von Migranten oder Flüchtlingen, sondern von Deutschen, die vorauseilende Political Correctness an den Tag legen. Diese selbsternannten Gutmenschen wissen gar nicht, wie sie die Stimmung verpesten, die Stimmung gegen Leute, die überhaupt nichts dafür können und noch weniger etwas gegen unsere christlichen Bräuche und Symbole haben.

Boshafte Menschen behaupten sogar, die Klagen und Vorschläge kämen von der PEDIGA selbst.

(Albert Zimmerer, 2015)

Führungszeugnis für den Nikolaus?

Seltsame Blüten treibt derzeit das „neue“ Bundesgesetz von 2012, wonach alle Vereins-Übungsleiter, die mit Jugendlichen und Kindern Kontakt haben, ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen. Beim Vereinsgespräch, das die Marktgemeinde Isen einmal im Jahr durchführt und jetzt im Gasthof Klement stattfand, wurde klar, dass eigentlich nichts klar ist. Weder Vereine noch Gemeindeverwaltung wissen genau, welche Personen in der Pflicht stehen. Neuerdings müssten auch die Fahrer bei Auswärts-Wettkämpfen ein Führungszeugnis vorlegen, hieß es. Aber nur wenn es für die Abfahrt einen vom Verein bestimmten Treffpunkt gibt. Wenn man sich erst am Wettkampfort trifft, fällt das Führungszeugnis hingegen flach. Wie jedoch mit Nicht-Vereinsmitgliedern oder Spontan-Fahrern zu verfahren ist, weiß keiner. Müssen die dann ein Zeugnis nachreichen? „Am besten flächendeckend das Führungszeugnis für alle Bürger beantragen“, schlug ein Anwesender augenzwinkernd vor. Fest steht nur, dass am Ende der Vereinsvorsitzende unterschreibt und für seine Leute gerade steht. Ob sich dann noch viele um dieses Amt reißen werden? Wohl kaum, dachte sich in diesem Moment so mancher Betroffene. Als dann das Bauernmarkt-Team nachhakte, ob man für Kindergartenführungen ebenfalls in der Zeugnis-Pflicht stünde und ein Ja zu hören bekam, wurde das ungläubige Raunen deutlicher. Auch den Nikolaus dürfe man nicht vergessen, hieß es launig aus der Runde. Diesen Faden nahmen einige gedanklich auf und spannen ihn genüsslich weiter. Und der Krampus? Ein einwandfreies Führungszeugnis könne der sowieso nicht vorlegen, weil der Krampus-Job an sich schon eine dunkle Seite voraussetze ...

(Albert Zimmerer, 2014)

 

Zur Ukraine-Krise

Die Stimmung bei uns derzeit extrem gegen Putin, was vor allem auf eine einseitige Berichterstattung in den Medien zurückzuführen ist. Wer schwarz-weiß denkt, macht es sich jedoch zu einfach. Es gibt hier kein Gut und Böse. Der Westen hat keine moralische Überlegenheit gegenüber Russland. Es geht rein um Machtinteressen. Das Werben von EU und NATO um eine Mitgliedschaft der Ukraine war unanständig, wenn auch machtpolitisch nachvollziehbar. Der Westen der Ukraine (der wirtschaftlich arme Teil) fiel darauf herein und sah schon blühende Landschaften vor sich. Der Osten der Ukraine (der reiche Teil) ist seit jeher mit Russland eng verflochten und wollte und konnte da nicht mitmachen. Dass Russland die Situation ausgenutzt und die Krim annektiert hat, war ebenso unanständig, aber auch irgendwie nachvollziehbar.

Youtube-Link Volker Pispers über Ukraine und USA

(Albert Zimmerer, 2014)

Intellekt-Gleichheit aller Völker

In Anbetracht der enormen Vielfalt von Völkern und Kulturen tappt man leicht in die Falle und nimmt eine Bewertung derselben vor. Das geht überhaupt nicht. Keine Kultur ist besser als eine andere, kein Volk ist einem anderen Volk geistig oder charakterlich überlegen. Es besteht absolute Intellektgleichheit. Die Genies und Erfinder, die immer wieder auftreten, verteilen sich im Endeffekt auf alle Völker gleich. Es sind mehr die Umwelt- und Lebensbedingungen wie Klima, Lage und Bodenschätze, die Kultur, Kunst und Architektur eines Volkes prägen, weniger der innere Drang. Auch mit dem Charakter eines Volkes verhält es sich so. Das soll heißen, dass die Menschen ihre Kultur und ihren Charakter immer so ausprägen, wie diese am besten zu ihren Lebensumständen passen.
Plakativ: Die Nordeuropäer sind nicht deswegen disziplinierter als Südeuropäer, weil sie bessere Menschen sind, sondern weil die klimatischen Verhältnisse einen strengeren Zeitplan für Aussaat und Ernte erfordern. Die Araber erfanden nicht die moderne Mathematik, weil sie schlauer sind als andere, sondern weil sie ein Abrechnungssystem für ihre Händler brauchten. Ein Eskimo baut sich ein Iglu, nicht weil er primitiv ist, sondern weil er sich vor dem nahenden Schneesturm schützen muss und ein Iglu die beste Möglichkeit dafür bietet.
Die Intellektgleichheit erklärt auch, warum im Laufe der Geschichte immer wieder verschiedene Völker unabhängig voneinander gleiche Erfindungen machten und dieselben Kultur-Elemente entwickelten.

(Albert Zimmerer, 2014)

 

Krisengebiet Naher Osten

Wenn sich Israelis und Palästinenser wieder einmal die Schädel einschlagen, schauen wir fassungslos und tatenlos zu. Partei ergreifen ist nicht möglich. Während die einen ihre eigenen Kinder als Schutzschild verwenden, werfen die anderen Bomben auf eben diese Kinder. Eine Schande für die Menschheit. Aber sind wir wirklich zur Tatenlosigkeit verurteilt? Da beide Parteien vom Geld aus Europa und den USA abhängen, gäbe es eine wirkungsvolle Methode, um für Frieden zu sorgen: den Geldhahn zudrehen! 

Wenn Deutschland an die Kurden Waffen liefert, damit diese sich gegen die IS-Kämpfer verteidigen können, reibe ich mir verwundert die Augen. Für was gibt es eigentlich eine UN? War da nicht irgendwas mit Weltpolizei? Das wäre genauso, wie wenn jemand die Polizei anruft, um einen Einbrecher in seinem Haus zu melden, und dann zu hören bekommt: „Alles klar, wir schicken Dir eine Pistole und Handschellen vorbei.“

(Albert Zimmerer, 2014)

 

Kimawandel - naiv betrachtet

 

Die Evolution des Menschen vom ersten Lebewesen bis zum heutigen modernen Homo Sapiens wurde erst durch eine Vielzahl von Naturkatastrophen ermöglichst. Dies ist die Schlussfolgerung, die Peter beim Lesen der Evolutionsgeschichte zieht. Beispielsweise starben die Dinosaurier durch einen Meteoriteneinschlag aus, wodurch den Säugetieren der Durchbruch gelang. Die Menschheit ist also aus Katastrophen hervorgegangen und wird wieder in Katastrophen enden, denkt sich Peter, selbstverursacht oder nicht.

 

Zur aktuellen Klimakatastrophe hat Peter eine ganz naive Sichtweise. Er behauptet: „Wenn die Erderwärmung immer weiter fortschreitet, müssen die Leute immer weniger heizen und erzeugen dadurch immer weniger den Klimakiller CO2. Somit müsste die Erderwärmung sich irgendwann selbst bremsen, oder nicht?“ Peter hat insofern recht, dass es diesen Zeitpunkt theoretisch gibt. Bedauerlich ist nur, dass dieser zu spät erreicht wird bzw. die Bremswirkung zu schwach ist, um die schädlichen Folgen der Klimakatastrophe noch abzuwenden, selbstverursacht oder nicht.

 

(Albert Zimmerer, 2014)

 

Höhere Wahlbeteiligung ist möglich

Leserbrief zum Artikel im Münchner Merkur „Gauck kritisiert die Nichtwähler“ vom 24. Februar 2014:
Wie man die Leute mit einfachen Mitteln zum Wählen animieren kann, hat letztens bei der Wahl des Pfarrgemeinderats unser Pfarrverband vorgemacht. Mit der Wahlbenachrichtigung wurden pauschal auch die Briefwahlunterlagen samt Infomaterial verschickt. Ergebnis: Die Wahlbeteiligung stieg um den dreifachen Wert! Hinzu kommt, dass hier alle Katholiken ab der Firmung wahlberechtigt waren, als bereits mit 13, 14 Jahren. Ausgerechnet die viel gescholtene Kirche agiert hier so modern, dass die staatlichen Stellen sich einiges davon abschauen könnten. 

(Albert Zimmerer, 2014)

 

Bessere Welt?

Die Kunst, seine verflossene Jugendzeit im mittleren Lebensabschnitt wieder zu beleben und als Statussymbol zu zelebrieren, scheint weit verbreitet. So zeigt man stolz seine Tatoos auf nicht mehr ganz so straffer Haut oder schüttelt sein langes Haar, wenn auch nicht mehr in ehemaliger Fülle. Ich hätte bei letzterem eh kein Chance, da Haarkleid abhanden gekommen. Dafür habe ich als Ersatz, niemals als solcher für möglich gehalten und vormals eher als Beiwerk betrachtet, meinen Schnauzer bewahrt. Als meinen treuen Begleiter, wenn auch mittlerweile etwas begraut.

Als ich so jung war wie die Nirschl-Zwillinge oder vielleicht sogar noch jünger und unverdorbener, so wie meine Söhne ungefähr, war eines für mich klar, mein Credo sozusagen: Wenn meine Generation einmal das Sagen hat, dann wird die Welt eine bessere. Wir, ja wir moderne Junge, würden niemals so sein wie unsere spießigen Alten und wie diese korrupten Mächtigen, die unsere Welt an den Abgrund gebracht haben. Aber was ist daraus geworden. Meine Generation ist kein Deut besser als die alte. Was früher kalter Krieg war, heißt jetzt Globale Ausbeutung, Abzocke und Finanzkrise. Und die führenden Köpfe sind alle von denselben Motiven geleitet, die in einer ganz bestimmten menschlichen Eigenschaft begründet liegen, der Gier. Und diese Gier scheint wirklich unbesiegbar.

(Albert Zimmerer, 2014)

 

Entschuldigung

Entschuldigung, Entschuldigung,
Entschuldigungen halten jung.

Wer nicht entschuldigt, der beweist,
dass er verbittert und vergreist.

(Albert Zimmerer, 2013)

 

Vor Schlimmerem bewahrt

Durch seine Tagebücher wurde er davor bewahrt,
vor der Vergesslichkeit und vor dem Selbstverrat.  

Durch seine frühe Heirat wurde er davor bewahrt,
dass er ein Playboy wurde, er war gut aufgespart. 

Mit Glatze und mit Bauch wurde er davor bewahrt,
dass er Affären hatte, nicht mal mit Hildegard. 

Durch seine beiden Kinder wurde er vor sich bewahrt,
weil er am Boden blieb und in der Gegenwart. 

Durch seine neue Arbeit wurde er davor bewahrt,
dass er noch weitere Ehrenämter antrat. 

Durch seinen frühen Tod wurde er davor bewahrt,
dass er Verbrecher wurde, er war schon aufgebahrt.

(Albert Zimmerer, 2013)

 

Auf den zweiten Blick

„Mit dem zweiten sieht man besser!“ Diese ZDF-Werbung hat einen wahren Kern. Denn auf den zweiten Blick, mit etwas Abstand zum ersten, sieht man tatsächlich vieles klarer. Der erste Blick ist oft nur oberflächlich, lässt uns Verborgenes noch nicht so gut erkennen und kann uns täuschen. Aber wer hat schon Zeit und Sinn für einen zweiten Blick? Dem Hektiker und Rastlosen bleibt dadurch oft der wahre Kern verborgen, wogegen er sich dem Gemütlichen und Gelassenen erschließt.

(Albert Zimmerer, 2013)

 

Rasterblick

Wieso vergeht für einen Erwachsenen die Zeit scheinbar schneller als für ein Kind? Diese Frage stellt sich immer wieder. Eine mögliche Antwort wäre der Rasterblick. Was soll das sein, ein Rasterblick? Ein Kind blickt auf dasselbe Ereignis ganz anders wie ein Erwachsener. Während ein Kind es eher punktuell betrachtet, also unbeschwert im Hier und Jetzt, bedenkt der Erwachsene mögliche Ursachen und Auswirkungen des Ereignisses. Er weitet seinen Blick darauf aus. Die einzelnen Elemente eines fiktiven Rasters, das der Mensch auf seinen Tag legt, sind dadurch beim Erwachsenen größer als beim Kind. Wenn ich nun pro Rasterelement dieselbe gefühlte Zeiteinheit annehme, hat der Erwachsene weniger davon zur Verfügung. Sein Tag hat weniger Rasterpunkte. Seine Zeit vergeht schneller.

(Albert Zimmerer, 2013)

 

Überlegenheit ist relativ

Sich jemandem überlegen fühlen, ist so wie Macht haben. Und Macht ist geil, Macht verheißt Erfüllung. Machtmenschen sind das Maß. Man kann sich gut vorstellen, wie ein Manager sich dank seiner exorbitanten Boni den anderen überlegen fühlt. Schließlich kann man sich mit Geld alles kaufen, denkt er angesichts seiner Überlegenheit, seines Machtempfindens. Ich weiß allerdings noch, als ich meine ersten erotischen Erlebnisse hatte - was für ein tolles Gefühl der Überlegenheit. Ich bedauerte jeden Manager, der stressgeplagt keinen mehr hochkriegt und mir wäre sein ganzes Geld egal gewesen. So hat jeder die Möglichkeit, sich dem anderen überlegen zu fühlen. Auch wenn das wohlmöglich auf Gegenseitigkeit beruht.

(Albert Zimmerer, 2013)

 
 
 

Verantwortlich: albert.zimmerer@t-online.de

Homepage: www.az4isen.de